Die Norwegian Joy verlässt Papenburg

Es ist der 26. März 2017. Am späten Abend wird die Norwegian Joy Ihre Werft endgültig verlassen, seit Wochen schon liegt sie im Werfthafen und wird auf die Übergabe an die US-Amerikanische Werft vorbereitet. Wir besuchen sie noch einmal, es ist nicht unser Traum von einem Schiff. Sie erinnert an Plattenbauten an der Ostsee - doch 4200 Passagiere in 2.100 Kabinen wollen untergebracht sein, das Personal auch.

 

Die Farben stimmen. sind harmonisch. Die Aufschriften in chinesischen Schriftzeichen verdeutlichen das Einsatzgebiet. Tschüß mach's gut, Außerdem ist es heute diesig und daher auch kein guter Tag für Fotos. Wir haben Besuch, da zeigt man gerne, was man (noch) hat ...  


Ab 21:00 Uhr soll das Schiff vor der Werftschleuse liegen, bereit für die Überführung. Es wird rückwärts von einem vergleichsweise sehr kleinen Schlepper gezogen. Ein zweiter ist mit einem Ponton am (nach hinten ausgerichteten!) Bug quer zur Fahrtrichtung festgemacht und hilft auf der kurvigen Ems zu navigieren.

 

Der Fluss ist am Sperrwerk Gandersum aufgestaut worden. Das ist für die Überführung wichtig, für die Umwelt ausgesprochen schädlich. Der grundsätzliche politische Streit ist derzeit unterbrochen, da man versucht in einem Masterplan Ems 2050 eine Balance zwischen Ökonomie und Ökologie herzustellen.  

 

Am 27. März, dem nachfolgenden Montag, wollen wir den Sonnentag nutzen, nach Ditzum zu fahren, dorthin, wo sich die Ems in den Dollart ergießt, ihr schmales Flußbett scheinbar verlässt - aber doch noch viele Seemeilen ein Fluss bleibt, nur dass sich dieser durch ein weitreichendes Wattengebiet hindurchschlängelt.

Bei Ditzum ist das Ems-Sperrwerk Gandersum - und da sehen wir das Schiff wieder. Es wartet auf die Weiterfahrt,  sobald das die nächste Flut ermöglicht. Berechnet ist 12:45 Uhr. Natürlich hatten wir das nicht in der Zeitung gelesen! Und so genießen wir das Schiff ein zweites Mal. Diesmal mit etwas mehr räumlicher Distanz in der Sonne majestätisch dahingleitend. Mit lautem Tuten beginnt es seine Fahrt, da sind wir längst in Pogum auf dem Deich und schauen ihm schließlich nach, wie es in der Ferne verschwindet. Vor Emden  wir es drehen und dann - mit dem Bug endlich voraus - das niederländische Eemshaven ansteuern. Dort wird es weiter ausgerüstet und schließlich von Bremerhaven aus die letzten Testfahrten unternehmen. Dort wird es dann an den Reeder übergeben - und niemals wieder zurückkehren.    

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Kommentare: 1
  • #1

    Hedi (Mittwoch, 29 März 2017 11:07)

    Das war schon ein toller Tag mit einem tollen Erlebnis - aber, wie du schon sagst, den Urlaub auf einem solchen Schiff verbringen... lieber nicht.