Schneeglöckchensonntage ...

Mit einem Nachtrag vom 16. April 2017 (Ostersonntag)

 

Es ist der 4. März, wir fahren mit Anni über die Grenze in die Niederlande. Sie hatte uns zu einem Besuch von drei offenen Gärten dort eingeladen, alle sind Mitglied in In Nachbars Garten (Het Tuinpad Op), einer niederländisch-deutschen Vereinigung von Gartenfreunden,  die ihre Gärten für andere öffnen. Dahinter steht die Organisationskraft einer Stiftung. 

 

150 Gärten sind im niederländisch-deutschen Raum vereinigt, Anni ist mit ihrem Papenburger Garten Mitglied. Heute geht es zu Freunden, die gemeinsam jährlich am  letzten Sonntag des Februars und dem ersten des März zu den Schneeglöckchensonntagen einladen. Ihr werdet Millionen Schneeglöckchen sehen", verspricht sie uns. Zum Glück hat mein Smartphone einen Taschenrechner!

Mehr Infos, wenn Ihr auf die in Fett und kursiv in Tief-Lila gehaltenen Namen klickt
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Wir werden nicht enttäuscht, im Gegenteil. Doch bevor wir den Garten erleben können, dessen einzigartige Blumenpracht wir hier links bewundern können, schauen wir uns zwei andere "Nachbargärten" an.

 

Zunächst werden wir bei Rika und Pieter van Delden in Oostwald begrüßt und erleben vor der abschließenden Kaffeerunde einen Garten, der dem Frühling mit Macht entgegenstrebt. Jetzt sind auch schon die ersten Krokusse zu sehen und andere Zwiebelgewächse. Saisonbeginn, denn es wird dann im Laufe des Jahres "Schlag auf Schlag" weitergehen - die Natur kommt und geht. Mit ihr ist es die Freude am blühenden Garten, die Sehnsucht nach neuen Farben und das Nachtrauern, wenn die Pracht abgeblüht ist. Doch das nächste Jahr wird es wieder bringen.

 

Man darf und soll sie auch mitnehmen,  denn von den hunderten der verschiedensten Schneeglöckchenarten stehen viele zum  Verkauf. Mit ihnen unzählige Blumenzwiebeln. Bislang hatte ich immer gemeint, dass Schneeglöckchen eben nur so kleine Pflanzen seien,  die eben so sind, wie sie sind und alle gleich aussehen. An diesem Tag habe ich gelernt, sie nicht nur vom Märzbecher zu unterscheiden, sondern auch ihre Vielfalt zu erkennen.

 

Dann erreichen wir den Garten von Janni Bos in Winschoten. Hier ist es eine "Kuhle", die zu einem Offenen Garten geworden  ist. Viele Bäume spenden Schatten und so stehen die Schneeglöckchen in einem ganz anderen Licht. Auch hier haben sich bereits andere Zwiebeln hinzugesellt. Eine dezente Farbenpracht begrüßt uns. Mittlerweile habe ich mich auf die kleinen Momente von Farbenpracht eingestellt - genieße sie aber auch als Ganzes im geheimnisvollen Ensemble des Gartens.

 

Auch hier wieder ein freundlicher Empfang. Und wenn die Räumlichkeiten weder Kaffee noch Kuchen zulassen, so zeigt dies zunächst, dass jeder Garten anders aber nicht weniger liebevoll organisiert ist. Jeder Besucher wird freudig begrüßt! Und überall werden Fragen beantwortet und Informationen gegeben. Ein kleiner Verkauf oder die Möglichkeit einer Spende ist immer dabei, steht aber nie im Vordergrund. Es geht allen darum den Aufwand zu finanzieren, was jeder nachvollziehen kann. Und Kaffee und Kuchen kosten anderswo auch etwas - meist mehr!

 

Am Ende der Rundtour erreichen wir den 2 ha großen Garten von Anna und Tinus Scheltens in Stadskanaal. Es ist schon etwas spät geworden, nach 17 Uhr, wo eigentlich alle Gärten schließen. Zudem darf heute niemand NDR 3 um 18 Uhr verpassen! Man möchte natürlich sehen, was das TV-Team über ihre Gärten berichten wird. In der zurückliegenden Woche hatten die Leute vom Fernsehen gedreht! Die Schneeglöckchensonntage sind denn auch Medienthema in Deutschland! In allen Gärten war es heute Thema No 1: Wir sind im deutschen Fernsehen.

 

Wie das Team da bloß hin gefunden hat? Natürlich gibt es eine Adresse, wo ein Navi hinfindet, aber dieser Garten liegt so weit ab von jeglicher Siedlung, dass man auch im flachen, menschenleeren Holland schon einmal ins Grübeln kommt und umkehren möchte. Das wäre ein Fehler, denn man ist plötzlich in einer riesigen Gartenanlage. Dort wo früher eine Pferdeweide an ein Wäldchen grenzte ziehen nun Wege durch eine private Parkanlage und immer wieder an Gruppen von Findlingen vorbei, zeigen skurile kleine und große Statuen. In diese Anlage passt alles um seinen Lebenstraum zu demonstrieren, auch eine Burgruine in irgendeinem Maßstab. Vor allem aber sind es die Millionen Schneeglöckchen - mein Smartphone läuft heiß.

 

Wir werden im Sommer auch hierher wiederkommen! Nicht Pilze zu suchen, sondern die Zwerge. Nur mit ihrer Unterstützung kann es möglich sein, solch eine Anlage im Rentenalter auszubauen (!), zu pflegen und für die Allgemeinheit zu öffnen.  

 

Nachtrag: Wir waren bereits am Ostersonntag wieder da und haben zunächst Lida Lourens besucht, deren Garten wir am 4. März nicht mehr geschafft hatten. Natürlich hat uns ein  ganz anderes Bild empfangen: Immer noch Zwiebelgewächse, aber keine Schneeglöckchen  oder Krokusse mehr, aber dafür Narzissen, Tulpen und vor allem die majestätischen Kaiserkronen! Auch hier, in diesem Garten, wo die Blumen sich dicht an dicht schmiegen dürfen, den Menschen im Sommer die Wege streitig machen und sich in schneller Folge abwechseln, erfüllt sich ein Lebenstraum. 

 

Anschließend waren wir wieder bei  Anna und Tinus Scheltens in "The Stonefarm". Beide Gärten liegen in Stadskanaal. Und auch von hier haben wir farbenprächtige Bilder mitgebracht, denn mit Sonne geht es viel besser - Licht ist alles, sofern die Motive stimmen ! 

 

 Veel dank aan allen die ons vandaag de dag gemaakt!

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Kommentare: 4
  • #1

    Rika en Pieter (Dienstag, 07 März 2017 20:34)

    We vonden het super gezellig dat jullie met Annie bij ons waren.

  • #2

    Tinus en Anna (Mittwoch, 15 März 2017 10:11)

    Es freut uns dass Sie genossen haben von unserem Garten. Das Bericht auf Ihrer Website hat uns ebenfalls freude gemacht. Wir haben eine Referenz aufgenommen in www.stonefarm.nl
    Vielen Dank für die schöne Wörter.

  • #3

    Roel Drenth (Mittwoch, 15 März 2017 10:28)

    Een geweldig verslag van een prachtige dag

  • #4

    eos (Mittwoch, 15 März 2017 12:38)

    Ik ben blij dat het verslag wilt! Ik dank u allen!
    Es freut mich, dass der Bericht gefällt! Danke allen!